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Infografik Schadstoffe in Lebensmitteln

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  Versteckte Gefahren

Schwermetalle, Pestizide‚ Schimmelgifte, Nitrosamine – keiner will sie im Essen haben, aber vollständig schützen kann sich niemand: Einige giftige Stoffe sind natürliche Bestandteile von Nahrungsmitteln, andere werden von der Landwirtschaft ausgebracht und sind inzwischen im Boden und Wasser zu finden. Von dort gelangen sie in unsere Lebensmittel.

Allianz - Infografik Schadstoffe in Lebensmitteln: Versteckte Gefahren

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  Schadstoffe in Lebensmitteln: Wussten Sie schon ...

  • So gelangen Schadstoffe in Nahrungsmittel

  • Wichtige Grenzwerte

  • Obst und Gemüse: Anzahl Spritzmittel

  • Spritzmittel-Rückstände

  • Bio ist doch besser

  • Schimmelgifte

  • Krebserregende Bratkartoffeln

  • Schwermetalle

  • Aluminium aus der Nahrung

  • Blei aus Kaffeemaschinen

  • Gift im Bier?

  • Radioaktivität

So gelangen Schadstoffe in Nahrungsmittel

  • Besonders Pflanzen produzieren natürliche Gifte. Beispiele sind Solanine in grünen Kartoffeln und Blausäure in Bittermandeln.
  • Rückstände aus Pflanzenschutzmitteln oder Tierarzneimitteln gelangen durch die landwirtschaftliche Produktion direkt in Nahrungsmittel.
  • Aus der Umwelt werden Schwermetalle, Gifte und andere Verunreinigungen aufgenommen.
  • Reinigungsmittel und Stoffe aus Verpackungen können Nahrungsmittel verunreinigen
  • Die Verarbeitung kann Schadstoffe erzeugen, z. B. Acrylamid.

Wichtige Grenzwerte

Der Rückstandshöchstgehalt (RHG oder MRL) ist die höchste Menge eines Pestizids, die ein Lebens- oder Futtermittel enthalten darf. Die Werte werden von der EU festgelegt.

Der ADI-Wert (Acceptable daily intake) gibt an, wieviel von einem Stoff jeden Tag lebenslang aufgenommen werden kann, ohne dass ein erkennbares Gesundheitsrisiko entsteht. Er wird von der WHO festgelegt.

Obst und Gemüse: Anzahl Spritzmittel

Um den Verbraucher vor zu hohen Dosen an Spritzmitteln schützen, gibt es für jede Substanz einen Höchstwert. Um diese Werte einzuhalten, werden oft mehrere Mittel eingesetzt. Kritische Untersuchungen deuten darauf hin, dass die Wirkstoffe in Kombination stärker auf den Menschen wirken können. Trotzdem gibt es noch keine gesetzlichen Höchstwerte für Wirkstoffkombinationen.

In Birnen findet man die größte Anzahl verschiedener Spritzmittel, nämlich 74. Haselnüsse sind nur mit 6 verschiedenen Spritzmitteln belastet.

Obst/Gemüse Anzahl Spritzmittel
Birnen 74
Kirschen 68
Johannisbeeren 60
Spinat 59
Brombeeren 56
Feldsalat 56
Kurkuma 16
Knoblauch 16
Gerstenkörner 13
Haselnüsse 6

Quelle: BVL-Report 10.3

Spritzmittel-Rückstände

Bei 90 % der Birnen finden sich messbare Rückstände aus Pestiziden, aber nur bei 0,5 % liegen sie über den erlaubten Werten. Bei 79,1 % der Birnen finden sich Rückstände von mehreren Spritzmitteln. Dagegen waren nur 14,1 % der Kürbisse mit Giften belastet, aber immerhin 3,5 % lagen über dem Grenzwert. Hingegen sind nur 6,6 % der Kürbisse mit mehreren Pestiziden behandelt. Auf die Frage, an welchem Wert Verbraucher sich orientieren sollen, um den Spritzgiften möglichst auszuweichen, gibt es keine pauschale Antwort mehr. Orientierungshilfe kann der Einkaufsratgeber „Essen ohne Pestizide“ von Greenpeace geben:

Obst/Gemüse mit messbaren Rückständen mit Rückständen über den Grenzwerten Mehrfachrückstände
Johannisbeeren 94,6 % 2,4 % 94,6 %
Birnen 90,1 % 0,5 % 79,1 %
Brombeeren 68,9 % 7,9 % 63,3 %
Kürbisse 14,1 % 3,5 % 6,6 %
Haselnüsse 12,6 % 0, 0% 0,0 %

Quelle: BVL-Report 10.3

Bio ist doch besser

In der biologischen Landwirtschaft sind Pestizide weitgehend verboten. Deswegen überrascht es nicht, dass Biolebensmittel deutlich weniger belastet sind. Bei Bio-Birnen sind fast 95 % der Früchte nicht oder nur in Spuren (unter 0,01 mg/kg Summengehalt) mit Pestiziden belastet. Bei Bio-Kiwis ist die Belastung besonders gering: Keine Probe enthielt Pestizidrückstände, deren Summe höher als 0,01 mg/kg war. Grundlage dieser Untersuchung sind die Daten der Lebensmittelüberwachung 2011 bis 2013.

Mehr in der Allianz Gesundheitswelt: Gütesiegel: Garantiert schadstoffarm

Quelle: Lars Neumeister, Pestizide in ökologisch und konventionell produzierten Lebensmitteln.

Schimmelgifte

Schimmelgifte können zu vielen Krankheiten führen und zerfallen auch bei hohen Temperaturen nicht. Sie sind geruchlos und unsichtbar und daher nicht einfach zu bemerken.

Aflatoxine sind besonders gefährlich, da sie schon bei geringen Konzentrationen und wiederholter Aufnahme Krebs erzeugen. In besonders hohen Mengen kommen diese Gifte in verschimmelten Trockenfeigen, Pistazien und Mandeln vor. Essen Sie diese Nahrungsmittel nicht, wenn sie Zeichen von Schimmelbefall zeigen.

Krebserregende Bratkartoffeln

Acrylamid entsteht in kohlenhydratreichen Lebensmitteln, wenn sie bei Temperaturen über 120 °C gebraten, gebacken oder frittiert werden. Besonders häufig kommt es in Kartoffel- und Getreideprodukten vor. Acrylamid verändert das Erbgut und kann Krebs erzeugen, außerdem wird es Körper in das ebenfalls giftige Glycamid umgewandelt.

Deswegen sollte seine Menge in der Nahrung so gering wie möglich gehalten werden. Weil der Acrylamidgehalt mit zunehmendem Bräunungsgrad ansteigt, sollten Nahrungsmittel nur leicht angebräunt auf den Tisch kommen.

Quelle Bundesinstitut für Risikobewertung

Schwermetalle

Schwermetalle gelangen auf mehreren Wegen in unsere Nahrung:

  • Alte Leitungen können die Ursache für Blei im Trinkwasser sein. Informationen bekommen Sie beim Hauseigentümer oder dem Wasserversorger.
  • Cadmium findet sich oft in höheren Konzentrationen in Gemüse, Pilzen und Innereien.
  • Fische und Muscheln sind die Hauptquelle für Quecksilber.
  • Auch mit Bleimunition erlegtes Wild kann belastet sein.

Die Europäische Gemeinschaft legt verbindliche Höchstwerte für die Schwermetallbelastung fest. Die Einhaltung dieser Werte wird in Deutschland von den Bundesländern überwacht.

Bundesumweltministerium: Thema Schwermetalle

Quelle: Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit

Aluminium aus der Nahrung

Die Europäische Lebensmittelbehörde hält die Aufnahme von 1 mg Aluminium pro Kilogramm Körpergewicht und Woche über die Nahrung für unbedenklich. Nach der Abschätzung dieser Behörde nehmen Erwachsene zwischen 0,2 und 1,5 mg Aluminium pro Kilogramm Körpergewicht und Woche auf diesem Weg zu sich.

Das Metall löst sich unter dem Einfluss von Salz und Säuren und gelangt so aus Kochgeschirr oder Grillschalen in die Speisen. Bewahren Sie deshalb säure- oder salzhaltige Nahrungsmittel nicht in Aluminiumgefäßen oder Aluminiumfolie auf. Auch sollte Grillgut nicht in der Grillschale gesalzen, gewürzt oder mit Zitronensaft beträufelt werden – würzen Sie erst auf dem Teller.

Blei aus Kaffeemaschinen

Besonders Siebträger-Kaffeemaschinen können Blei in den Kaffee abgeben. Aus welchen Bauteilen das Schwermetall stammt, ist unklar.

Nach dem Entkalken können sich die abgegebenen Mengen erhöhen. Daher sollten Sie anschließend die Maschine entsprechend der Herstellervorgaben spülen.

Quelle: Bundesinstitut für Risikobewertung

Gift im Bier?

Glyphosat ist das häufigste Unkrautvernichtungsmittel auf deutschen Getreideäckern. Deswegen ist es nicht überraschend, dass es auch im Bier auftritt. Der höchste gefundene Wert war allerdings so niedrig, dass ein Erwachsener an einem Tag mehr als 1.000 Liter Bier trinken müsste, um seiner Gesundheit zu schaden. Wesentlich gesundheitsschädlicher ist der enthaltene Alkohol.

Quelle: Bundesinstitut für Risikobewertung

Radioaktivität

Radioaktive Strahlung schädigt das Erbgut, ist aber auch ein natürliches Phänomen. Deswegen findet sich in allen Lebensmitteln natürliche Radioaktivität. Die Belastung durch den Reaktorunfall von Tschernobyl im Jahre 1986 wirkt sich heute nur noch in Süddeutschland aus.Vorsichtig sein sollten Verbraucher bei Wild und Waldpilzen.

Die Strahlungswerte von Nahrungsmitteln werden von staatlichen Stellen überwacht und beurteilt. Dabei dienen die Grenzwerte der EU-Verordnung als Orientierung.

Im Falle einer radioaktiven Krise kann die Europäische Kommission Höchstwerte für Radioaktivität in Nahrungsmitteln festlegen. So gelten für japanische Lebensmittel seit dem 25.3.2011 besondere Vorschriften.

Quelle: Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit

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