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  Fettiger Schutzwall

Allianz - Vitamin E schützt die Körperzellen auf vielfältige Weise

Unter Vitamin E verstehen Mediziner eine ganze Gruppe chemisch ähnlicher Vitalstoffe. Das bekannteste und am besten wirksame Vitamin E heißt Alpha-Tocopherol und schützt unter anderem Zellmembranen und Vitamine vor freien Radikalen.

  Geschichte

Im Jahre 1922 entdeckten die US-Forscher Herbert Evans und Katherine Bishop eine fettlösliche Substanz, ohne die Ratten unfruchtbar wurden. Das „Fruchtbarkeitsvitamin“ erhielt die Bezeichnung Vitamin E, nachdem die Bezeichnungen Vitamin A, B, C und D bereits vergeben waren.

  Funktion

Die Vitalstoffe dieser Gruppe erfüllen eine Reihe wichtiger Funktionen im menschlichen Körper:

  • Sie wirken als Antioxidans und neutralisieren sogenannte freie Radikale, bevor diese die Zellmembranen schädigen. Freie Radikale entstehen unter anderem auf natürlichem Wege in Körperzellen, aber auch durch äußere Einflüsse wie Tabakrauch und UV-Strahlung.
  • Vitamin E schützt andere Vitamine vor der oxidierenden Wirkung der freien Radikale.
  • Sie stabilisieren Zellmembranen und ungesättigte Fettsäuren.
  • Sie sind wichtig für die Immunabwehr.

Epidemiologische Studien und Tierversuche deuten zudem darauf hin, dass Alpha-Tocopherol antientzündlich wirkt und Blutgefäße vor Arteriosklerose („Verkalkung“) schützt.

Achtung, Raucher!

Medizinische Studien zeigen, dass Vitamin-E-Präparate bei Rauchern das Risiko von Lungenkrebs deutlich erhöhen. Die Betroffenen sollten daher ihren Vitamin-E-Bedarf auf natürlichem Wege decken.

  Tagesbedarf

Der durchschnittliche Tagesbedarf an Vitamin E hängt vom Alter und Geschlecht ab. Die Schätzwerte für eine angemessene Tageszufuhr an Alpha-Tocopherol liegen laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung bei:

  • Säuglinge, null bis unter vier Monate: 3 mg
  • Säuglinge, vier bis unter zwölf Monate: 3 mg
  • Mädchen, ein bis unter vier Jahre: 5 mg
  • Knaben, ein bis unter vier Jahre: 6 mg
  • Mädchen und Knaben, vier bis unter sieben Jahre: 8 mg
  • Mädchen, sieben bis unter 10 Jahre: 9 mg
  • Knaben, sieben bis unter 10 Jahre: 10 mg
  • Mädchen, zehn bis unter 13 Jahre: 11 mg
  • Knaben, zehn bis unter 13 Jahre: 13 mg
  • Mädchen, 13 bis unter 15 Jahre: 12 mg
  • Knaben, 13 bis unter 15 Jahre: 14 mg
  • Weibliche Jugendliche und Frauen, 15 bis unter 65 Jahre: 12 mg
  • Männliche Jugendliche und Männer, 15 bis unter 25 Jahre: 15 mg
  • Männer, 25 bis unter 51 Jahre: 14 mg
  • Männer, 51 bis unter 65 Jahre: 13 mg
  • Frauen, ab 65 Jahre: 11 mg
  • Männer, ab 65 Jahre: 12 mg
  • Schwangere: 13 mg
  • stillende Mütter: 17 mg

Vitamin C aktiviert Vitamin E

Achten Sie auf Ihre Vitamin-C-Zufuhr. Ihr Körper kann mit von Vitamin C „verbrauchtes“ Vitamin E wieder in seine schützende Form umwandeln.

  Vorkommen

Pflanzenöle enthalten ausreichende bis hohe Mengen an Vitamin E, z. B. Weizenkeimöl 240 mg pro 100 g, Sonnenblumenöl 45–80 mg pro 100 g, Kürbiskernöl 30 mg pro 100 g und Olivenöl 4–21 mg pro 100 g. Der Anteil an Alpha-Tocopherol beträgt bei diesen Ölen 50 bis 100 Prozent. Sojakeim-, Maiskeim- und Palmöl enthalten dagegen überwiegend Gamma-Tocopherol, welches biologisch weniger wirksam ist.

Vitamin E widersteht Temperaturen bis 140 °C. Kochen verringert den Vitamingehalt also nicht, dafür Braten und Backen. Außerdem nimmt der Körper nur etwa 30 bis 50 Prozent des über die Nahrung zugeführten Alpha-Tocopherols auf, der Rest wird wieder ausgeschieden.

  Mangel

Wer sich ausgewogen ernährt, erleidet in der Regel keinen Vitamin-E-Mangel. Vorübergehende Durststrecken überbrückt der Körper meist problemlos, da er in „guten Zeiten“ Tocopherole unter anderem in der Leber, im Fettgewebe und in den Muskeln anreichert.

Folgende Faktoren können jedoch den Bedarf an Vitamin E erhöhen und unter Umständen zu einer Unterversorgung oder gar einem Mangel führen:

  • Erkrankungen, die die Vitamin-E-Aufnahme beeinträchtigen, z. B. Diabetes mellitus, Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis), Gallenstauung (Cholestase), Zöliakie, Störungen der Fettverdauung, Mukoviszidose (zystische Fibrose)
  • erhöhte Belastung mit freien Radikalen, z. B. Rauchen, Leistungssport
  • übermäßiger Alkoholkonsum
  • Vitamin-C- und Selen-Mangel
  • Erhöhter Verzehr von mehrfach ungesättigten Fettsäuren, z. B. Fischölen oder Distelöl. Je Gramm mehrfach ungesättigter Fettsäure steigt der Tagesbedarf um 0,4 mg Alpha-Tocopherol.
  • Längerfristige Einnahme bestimmter Medikamente. Darunter fallen z. B. einige Antiepileptika sowie Arzneien, die Paraffin (wirkt abführend) oder Colestyramin (bindet Cholesterin und Fette im Darm) enthalten.

Eine anhaltende Unterversorgung mit Vitamin E fällt in der Regel erst nach Jahren auf. Anzeichen eines eklatanten Vitamin-E-Mangels sind Blutarmut, erhöhte Anfälligkeit für Infektionen, schlecht heilende Wunden, Konzentrationsstörungen, Muskelschwäche und Störungen der Nervenfunktionen.

Unterversorgung mit Vitamin E

Eine langfristige Unterversorgung mit Vitamin E bedeutet eine erhöhte Belastung durch freie Radikale, wodurch das Risiko für Krebs, Herzinfarkt und Grauer Star (Katarakt) steigen kann.

  Überdosis

Zwar scheidet der Körper über die Galle Vitamin E aus, dennoch können Sie sich mit Vitaminpräparaten vergiften. Bisher galten 450 Internationale Einheiten (entspricht 300 mg Alpha-Tocopherol) bei Erwachsenen als unbedenklich. Neueste Studien weisen jedoch darauf hin, dass eine jahrelange Zufuhr von über 400 IE Vitamin E pro Tag schädlich sein kann.

Über 800 mg Vitamin E pro Tag beeinträchtigen die Blutgerinnung und verlängern die Blutungsdauer. Falls Sie zusätzlich an Vitamin-K-Mangel leiden oder Blutverdünner, z. B. Warfarin, Dicumarol oder Acetylsalicylsäure, einnehmen müssen, kann dies zu einer Blutgerinnungsstörung führen. Informieren Sie daher immer Ihren behandelnden Arzt, falls Sie Vitamin-E-Präparate einnehmen.

  Weiterführende Informationen

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