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  Unverzichtbar für Ihre individuelle Vorsorge

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Eine Reiseapotheke beansprucht Platz im oft knappen Gepäck, schließlich ist sie nicht nur für chronisch Kranke und Allergiker sinnvoll. Doch wozu Arzneien mitnehmen, wenn im Ausland günstigere Preise locken? Im Ausland können Arzneimittel anders benannt sein oder werden nur auf ärztliche Verordnung abgegeben.

Außerdem schützt Sie eine Reiseapotheke vor gefährlichen Medikamentenfälschungen, die insbesondere in außereuropäischen Staaten oder in Schwellenländern im Umlauf sein können.

  Gut vorbereitet

  • Wie sicher ist der Inhalt?

  • Wie viel einpacken?

  • Wann sind Atteste nötig?

  • Außerdem zu berücksichtigen

Wie sicher ist der Inhalt?

  • Falls Sie Ihre alte Reiseapotheke weiterverwenden, müssen Sie den Inhalt auf Vollständigkeit und Haltbarkeit prüfen.
  • Das Verfallsdatum gilt nicht bei geöffneten Flüssigkeiten, Cremes und Salben. Beachten Sie die Verbrauchs- und Aufbewahrungshinweise auf Packung oder Beipackzettel. Notieren Sie auf der Packung, wann Sie das Mittel angebrochen haben.
  • Verpacken Sie Ihre Reiseapotheke in einen Kunststoffbehälter oder in eine spezielle Tragetasche, die den Inhalt vor Feuchtigkeit schützt.
  • Insulin und Blutzuckermessgeräte sind kälte- und hitzeempfindlich, sie müssen daher bei Flugreisen grundsätzlich ins Handgepäck!
  • Insbesondere tropisches oder Wüstenklima kann temperaturempfindliche Medikamente schnell unbrauchbar machen. Falls Sie keine Kühlmöglichkeiten haben, fragen Sie daher Ihren Apotheker nach Alternativen.

Wie viel einpacken?

  • Packen Sie etwa ein Drittel mehr in die Reiseapotheke als die für die Reisezeit notwendige Menge.
  • Verstauen Sie bei Flügen die Reiseapotheke möglichst ins Handgepäck. Schließlich können Sie nie hundertprozentig sicher sein, dass Ihr Koffer zeitgleich oder überhaupt an Ihrem Reiseziel ankommt. Verbandschere, Stechhilfen und Kanülen müssen jedoch in den Koffer.
  • Nehmen Sie Beipackzettel für Ihre Medikamente mit – getrennt von der Reiseapotheke. Falls Ihnen Medikamente ausgehen oder Ihre Reiseapotheke verloren geht, helfen die Beipackzettel, die richtigen Ersatzmedikamente zu finden.

Wann sind Atteste nötig?

  • Informieren Sie vorab die Fluggesellschaft, wenn Sie aus medizinischen Gründen Betäubungsmittel, Kanülen, Lanzetten etc. im Handgepäck mitführen müssen. Ärztliches Attest nicht vergessen!
  • Sofern Sie verschreibungspflichtige Medikamente oder Schmerzmittel mitführen, informieren Sie sich vorab, ob Sie diese Wirkstoffe in Ihr Reiseland und etwaige Transitländer einführen dürfen! Fallen Ihre Medikamente womöglich unter das Betäubungsmittelgesetz, kann dies zu erheblichen Unannehmlichkeiten bei der Einreise führen. Unter Umständen werden die Medikamente sogar konfisziert. Entsprechende Erläuterungen finden Sie bei den länderspezifischen Informationen des Auswärtigen Amtes unter dem Punkt „Medizinische Hinweise“.
  • Falls Sie dauerhaft oder längerfristig auf Medikamente angewiesen sind, sollten Sie ein englischsprachiges Attest mit sich führen – idealerweise zusätzlich in der Landessprache des Reiseziels.

Außerdem zu berücksichtigen

  • Wählen Sie für Ihre Reiseapotheke bewährte Arzneien aus, die Sie zudem gut vertragen.
  • Chronisch Kranke sollten den Inhalt ihrer Reiseapotheke mit ihrem Arzt abstimmen.
  • Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wie Sie im Falle einer Zeitverschiebung Ihre laufende Therapie anpassen müssen!

  Grundausstattung

Ganz oben auf Ihre persönliche Checkliste für die Reiseapotheke gehören alle Medikamente, die Sie regelmäßig (z. B. bei Diabetes) oder in bestimmten Situationen (z. B. bei Allergien, Kopfschmerzen) einnehmen müssen.

Folgen Sie auch den Lagerungshinweisen für Ihre Medikamente! Beispielsweise schmelzen Zäpfchen bei großer Hitze leicht, und Insulin flockt bei zu tiefen Temperaturen aus. Studieren Sie also sicherheitshalber die Beipackzettel, bevor Sie Ihre Reiseapotheke zusammenstellen.

Typische Reisemedikamente, die unter bestimmten Umständen erforderlich sein könnten, sind Präparate gegen Sodbrennen, Kopfschmerzen oder Reiseübelkeit, die Sie als Zusatzausstattung einpacken sollten.

Bescheinigungen nicht vergessen!

Spritzen, Schmerzmittel etc. erfordern möglicherweise ärztliche Bescheinigungen in den Landessprachen Ihrer Transit- und Zielländer.

  Gegen Schmerzen und Fieber

Plötzliche Kopfschmerzen, Gelenkschmerzen, Zahnschmerzen oder leichtes Fieber können einem den Urlaub vermiesen.

Nicht verschreibungspflichtige Schmerzmittel lindern leichte bis mäßig starke Schmerzen. Die am häufigsten eingesetzten Wirkstoffe Paracetamol, Acetylsalicylsäure und Ibuprofen wirken zudem fiebersenkend.

Achtung!

In tropischen Regionen besteht die Gefahr, an hämorrhagischem Fieber wie Gelbfieber oder Dengue-Fieber zu erkranken. Hier verschlimmern blutverdünnende Wirkstoffe wie Acetylsalicylsäure oder Diclofenac die Symptome.

  Zusatzausstattung

  • Gegen Reisekrankheit

  • Auf Fernreisen

  • Auf Trekkingtouren

  • Mit Kindern

  • Bei rauem Wetter

  • Gegen Sodbrennen

Gegen Reisekrankheit

Turbulenzen im Flugzeug, unruhiger Seegang, Serpentinenfahrten mit Auto oder Bus: Wer anfällig für Reiseübelkeit (Kinetose) ist, der verzichtet ungern auf bewährte Gegenmittel. Apotheken führen für leichtere Fälle freiverkäufliche Präparate, die Sie wahlweise als Kaugummi (akut) oder als Zäpfchen (vorbeugend) anwenden können. Diese können jedoch ermüdend wirken und die Verkehrstauglichkeit beeinträchtigen. Daher sind sie für Fahrzeuglenker nicht geeignet. Als nicht sedierende Alternative gelten Ingwer-Tabletten, die ebenfalls Übelkeit, Brechreiz und Schwindel lindern.

Gegen starke Beschwerden helfen meist nur verschreibungspflichtige Medikamente. Fragen Sie vor der Reise Ihren Hausarzt, welches Arzneimittel für Ihren Fall geeignet ist und sich mit Ihrer individuellen Medikation am besten verträgt. Bedenken Sie: Einige Präparate müssen Sie einige Stunden vor Reiseantritt einnehmen oder gegebenenfalls als Pflaster aufkleben.

Auf Fernreisen

An folgenden Mitteln kommen Sie bei Reisen in exotische Gefilde selten vorbei:

  • Mückenschutz: Insektenabweisende Mittel (Repellentien) schützen Sie vor dem Stich/Biss dieser Tiere und verhindern damit i. d. R. nicht nur lästige Male sondern auch die Übertragung von Krankheiten wie Malaria.
  • Durchfallmedikament: Auch die beste Lebensmittelhygiene kann nicht verhindern, dass Sie oder Mitreisende an Durchfall erkranken können. Durchfallmedikamente gibt es als Prophylaxe und/oder als Akutmedikation. Letztere sollten Sie nur nehmen, um eine längere Fahrt oder einen längeren Flug zu überbrücken. Gleichen Sie auf jeden Fall den Flüssigkeitsverlust mit einem isotonischen Elektrolytgetränk aus. Zuzubereiten sind diese mit mindestens fünf Minuten abgekochtem Wasser. Zu entsprechenden Medikamenten berät sie ihre Apotheke vor Ort. Bei schwerem, anhaltendem Durchfall sollten Sie auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen – insbesondere wenn sich weitere Symptome einstellen wie Fieber, Schmerzen oder Blut im Stuhl.
  • Sonnenschutz: Sonnenschutzmittel und Kleidung schützen vor Sonnenbrand und beugen Hautkrebs vor. Eine Sonnenbrille schützt Ihre Augen zudem nicht nur vor gleißendem Sonnenlicht, sondern auch vor Wind, Staub und Sand.

Auf Trekkingtouren

Hier drohen Ihnen vorwiegend Sportverletzungen und wundgescheuerte Haut, weshalb Tourengeher dieses Extragewicht gerne auf sich laden:

  • Zeckenschutz: Ab 7 °C Außentemperatur und unterhalb von 2.000 Höhenmetern können Ihnen theoretisch überall auf der Welt Zecken begegnen. Für Trekkingfans und Bergwanderer empfiehlt sich daher, Zeckenschutzmittel und Zeckenpinzette in den Rucksack zu packen. Ggf. sollte ein Desinfektionsspray die Ausstattung ergänzen.
  • Blasenpflaster: Sollten die bewährten Tipps gegen Blasen an den Füßen versagen, dann hilft ein Blasenpflaster, den Schaden zu begrenzen. Dieses kann auch prophylaktisch auf die gefährdeten Stellen geklebt werden.
  • Schmerzmittel: Eine leichte Prellung nach einem Sturz, Gelenkschmerzen nach einem zehnstündigen Marsch – kein Grund, eine mehrtägige Tour vorzeitig abzubrechen. Entzündungshemmende, nicht verschreibungspflichtige Schmerztabletten, -gels oder -salben lindern akute Schmerzen und lassen Schwellungen abklingen.

Mit Kindern

Gerade kleine Kinder fällt die Umstellung auf ein anderes Klima und exotisches Essen schwer. Sie müssen daher unter anderem mit Verdauungsproblemen (Durchfall, Bauchschmerzen) und Ohrenschmerzen rechnen. Dementsprechend benötigen Sie speziell für die Kleinen Durchfall-, Fieber- und Schmerzmittel.

Am besten vertragen Kinder Schmerzmittel (Ohrentropfen, Zäpfchen) mit dem Wirkstoff Paracetamol, der zugleich fiebersenkende Eigenschaften hat. Da Paracetamol im Verdacht steht, die Entstehung von Allergien zu begünstigen, sollte die Arznei aber nicht als Alltagsmittel verwendet werden. Wie bei allen Medikamenten gilt auch hier, sich genau an die altersentsprechenden Dosierungsvorschriften zu halten.

Mittelohrentzündungen können Sie bei Badeurlauben mit wasserdichten Ohrstöpseln vorbeugen. Mütze nicht vergessen!

Bei rauem Wetter

Bei kalten bis stürmischen Bedingungen können sich empfindliche Naturen Erkältungsbeschwerden einfangen, deshalb:

  • Schnupfenmittel: Falls Sie Schnupfen haben, können Sie im Flugzeug unter Umständen keinen Druckausgleich mehr machen. Ein abschwellendes Nasenspray kann in solchen Fällen Ohrenschmerzen oder sogar Schäden an Mittel- und Innenohr verhindern.
  • Halstabletten: Bei Halsentzündungen helfen in der Regel Lutschtabletten, die desinfizierende und schmerzstillende Wirkstoffe enthalten.
  • Augentropfen: Staub, gleißendes Sonnenlicht oder Wind verursachen auf Reisen häufig Bindehautentzündungen. Sogenannte künstliche Tränen helfen bei leicht gereizten und trockenen Augen. Abschwellende Augentropfen lindern eine bestehende Bindehautentzündung.

Falls Sie Allergiker sind und Ihnen auf der Reise eventuell Allergene begegnen, sollten Sie zudem Ihre antiallergischen Augentropfen mitnehmen.

Gegen Sodbrennen

Auf Reisen locken exotische Speisen sowie reichhaltige Buffets. Alkohol, oder süße und fette Speisen machen dem Magen zu schaffen und regen die Magensäureproduktion an. Sogenannte Antazida neutralisieren die Magensäure und lindern so Sodbrennen. Auf Reisen mit üppiger Verköstigung sollten Sie daher ein nicht-rezeptpflichtiges Antazidum einpacken – nur für den Fall, dass Sie einmal über die Stränge schlagen.

  Erste-Hilfe-Set

Sofern Sie nicht auf einem Kreuzfahrtschiff oder in einer Stadt mit guter Versorgungsstruktur Urlaub machen, sollten Sie auch Verbandmaterial einpacken. Folgende Ausstattung eignet sich als Notfallset für eine Familie:

  • 4 × Erste-Hilfe-Einmalhandschuhe
  • 1 × Schere
  • 1 × Wunddesinfektionsmittel
  • 8 × Wundpflaster, steril
  • 12 × Pflasterstrip, steril
  • 2 × Kompresse, steril
  • 1 × Verbandpäckchen 80 × 100 mm
  • 1 × Fixierpflaster 2,5 cm × 1 m
  • 1 × Fixierbinde 6 cm × 4 m
  • 1 × Fixierbinde 8 cm × 4 m
  • 1 × Dreieckstuch
  • 1 × Fieberthermometer (nicht aus Glas!)

Falls Sie mit einem PKW unterwegs sind, müssen Sie grundsätzlich einen Verbandkasten mit sich führen, der noch weiteres Material beinhaltet. Überprüfen sie ggf. auch die Ausstattung ihres Mietwagens!

Bei Flugreisen dürfen Sie die Schere nicht im Handgepäck verstauen. Spätestens bei der Handgepäckkontrolle müssen Sie diese sonst abgeben.

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