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  PECH-Regel für lädierte Glieder

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Auch der fitteste Sportler ist nicht vor Verletzungspech gefeit. Falls es Sie doch einmal erwischt, gehen Sie einfach sofort nach der PECH-Regel vor.

  Unverkennbare Beschwerden

Die PECH-Regel nach Prof. Böhmer eignet sich für fast alle Sportverletzungen, sofern der Bewegungsapparat betroffen ist und keine offene Wunde vorliegt. Die Maßnahmen sind relativ unspezifisch – es geht primär darum, Schaden und Schmerzen zu begrenzen.

Für gewöhnlich ähneln sich die unmittelbaren Beschwerden bei Sportverletzungen:

  • sofort einsetzende, meist starke Schmerzen
  • Schonhaltung des betroffenen Gelenks, sprich der verletzte Muskel lässt sich nicht mehr belasten und ist unter Umständen bewegungsunfähig
  • Druckempfindlichkeit und Schwellung

  P wie Pause

Beenden Sie sofort die sportliche Betätigung. Stellen Sie die verletzte Extremität ruhig und schützen Sie diese vor weiterer Beanspruchung. So verhindern Sie, dass das betroffene Gewebe zusätzlich verletzt wird.

Variable Reihenfolge

Die Reihenfolge ist eine Empfehlung und hängt auch von den verfügbaren Mitteln ab.

Wenn Sie beispielsweise keine Kühlmittel zur Hand haben, geht der Kompressionsverband vor.

  E wie Eis

Kühlen Sie den betroffenen Körperteil, das lindert den Schmerz. Außerdem verengt die Kälte die Blutgefäße. Dadurch schwillt die Extremität weniger stark an, die Einblutung wird geringer. Des Weiteren bremst die Kälte den Stoffwechsel und verlangsamt so den Gewebeschaden.

Vorsicht: Legen Sie Eis nie direkt auf die Haut, sonst drohen Erfrierungen. Legen Sie stattdessen ein trockenes Tuch dazwischen. Vereisungsspray sollten Sie ebenfalls nicht direkt auf die Haut sprühen. Weitere geeignete Kühlmittel sind Kältekissen, Eisschwamm, Eisbandage oder Hot-Ice-Verband. Sofern Sie nichts anderes zur Hand haben, genügt auch ein mit möglichst kaltem Wasser getränktes Tuch.

Das Deutsche Rote Kreuz empfiehlt, je nach Schweregrad der Verletzung, sofort zwei bis drei Stunden zu kühlen. Jedoch muss die Kühlung alle 20 bis 30 Minuten kurz unterbrochen werden, bis sich die gekühlte Stelle wieder erwärmt hat. Bei dünnen Körperteilen wie Zehen oder Fingern sollten Sie maximal zehn Minuten am Stück kühlen.

  C wie Compression

Legen Sie während des Kühlens einen Kompressionsverband an. Hier bietet sich eine elastische Binde oder Sportbandage an. Bandagieren Sie das Gelenk in der natürlichen Stellung. Wickeln Sie flächendeckend, herzwärts und achten Sie auf die Schmerzen des Verletzten.

Wichtig: Der Verband darf nur moderaten Druck auf die verletzte Stelle ausüben. Da in den ersten Stunden nach der Verletzung das betroffene Gewebe am stärksten anschwillt, müssen Sie regelmäßig überprüfen, dass der Verband nicht zu stark spannt und die Durchblutung nicht blockiert. Sollte die Extremität blau anlaufen, müssen Sie sofort den Verband lösen und neu anlegen!

Beim Duschen sollte der Verletzte den Kompressionsverband übrigens anbehalten.

  H wie Hochlagern

Lagern Sie die verletzte Extremität bereits vor Ort hoch, idealerweise über Herzhöhe. So hilft die Schwerkraft, dass Blut und Gewebeflüssigkeit leichter aus dem verletzten Gewebe abfließen und die Schwellung langsamer voranschreitet.

Bei ausgedehnten Schwellungen lautet die Faustregel: mindestens ein bis zwei Tage hochlagern oder bis die verletzte Extremität abgeschwollen ist.

Nicht bei Krämpfen

Wenden Sie die PECH-Regel nicht bei Muskelkrämpfen an – Kühlung schadet hier eher. Allerdings lindern eine Pause und Hochlagern auch Krampfbeschwerden und tragen zur Regeneration bei.

  Ab zum Arzt

Eine Sportverletzung sollten Sie von einem Orthopäden, Sportmediziner oder gegebenenfalls in einer Notfallambulanz untersuchen lassen.

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