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  Risiko aus der Leitung

Allianz - Unter bestimmten Bedingungen vermehren sich Bakterien in den Wasserleitungen.

In Deutschland unterliegt die Trink­was­ser­ver­sor­gung rigiden, gesetzlich fest­ge­schriebenen Qualitätskriterien. Daher gilt es als selbstverständlich, dass alle Haus­halte einwandfreies Trinkwasser erhalten. Doch das wertvolle Nass ist nicht steril. Un­ter bestimmten Bedingungen wach­sen Bakterien auch in häuslichen Trink­was­serleitungen und können Ihre Ge­sund­heit gefährden.

  Trinkwasserqualität am Wasserhahn

Etwa zwei Drittel des Trinkwassers stammen aus Grundwasser und ein Drittel aus Oberflächengewässern wie dem Bodensee. Die Versorgung gewährleisten hierbei fast ausschließlich zentrale Wasserversorgungsunternehmen, deren Trinkwasserqualität ständig kontrolliert wird.

Sobald das Trinkwasser in Gebäude eingespeist ist, sind die Haus- und Wohnungsbesitzer dafür verantwortlich, dass die Trinkwasserqualität bis zum Anzapfen am Wasserhahn erhalten bleibt. Korrosionsschäden an alten Leitungen, unsachgemäße Installationen, stehendes Leitungswasser etc. können die Trinkwasserqualität beeinträchtigen und die Gesundheit der Bewohner gefährden. Das Umweltbundesamt bietet detaillierte Informationen und Tipps für Mieter, Haus- und Wohnungsbesitzer zu den gesundheitlichen Aspekten der Trinkwasser-Installation, mit deren Hilfe Sie mögliche Fehler bei Ihren häuslichen Anlagen und Leitungen vermeiden und vorhandene Risiken entdecken können.

Blei im Wasser?

Blei ist krebserregend und scha­det der Hirnentwicklung bei Ungeborenen und Kindern. In Teilen Deutschlands gibt es noch Häuser, in denen bis 1973 Was­ser­leitungen aus Blei verlegt wurden.

  Achtung, Legionellen!

Diese stäbchenförmigen Bakterien gedeihen weltweit in Oberflächengewässern und im Boden. Teils dringen sie auch ins Grundwasser vor. Sie ernähren sich von anderen Bakterien und vermehren sich besonders gut in stehendem, 25 bis 45 Grad warmem Wasser.

Da Trinkwasser nicht steril ist, können sich darin auch Legionellen aufhalten. Zu einer Gefahr werden die Legionellen erst, wenn sie über 72 Stunden Zeit und günstige Temperaturen haben, um sich in Wasserbehältern oder Leitungen ausreichend zu vermehren. Zu den möglichen Infektionsquellen zählen unter anderem:

  • mehrere Tage ungenutzte Duschen
  • öffentliche Duschen (z. B. in Schulen)
  • Whirlpools
  • Klimaanlagen
  • Luftbefeuchter
  • Nebelbrunnen
  • Gartenschläuche

Wer mit Legionellen belasteten Sprühnebel einatmet, kann sich mit den Erregern infizieren. Etwa 90 Prozent der schweren, durch Legionellen verursachten Erkrankungen gehen dabei auf das Konto der Legionella pneumophila. Neben Lungenentzündungen sind auch leichtere Krankheitsverläufe bei Legionellen-Infektionen möglich, die erkältungsähnliche Symptome und Fieber zeigen. Mit Legionellen belastetes Wasser zu trinken schadet der Gesundheit nicht – sofern Sie Ihr Immunsystem nicht geschwächt ist.

Legionärskrankheit

Die Legionärskrankheit ist führt unbehandelt in 15 bis 20 Prozent der Fälle zum Tod. Der Name gründet sich auf den ersten großen Ausbruch in den USA: 1976 erkrankten bei einem Kongress der American Legion 180 Menschen, 29 starben.

  Tipps gegen Legionellen

  • Entnehmen Sie täglich Wasser aus Warmwasserleitungen, sodass eventuell im Wasser vorhandene Keime regelmäßig ausgespült werden, bevor sie sich vermehren.
  • Reinigen und entkalken Sie regelmäßig die Perlatoren an Ihren Wasserhähnen.
  • Falls Sie in warmen Sommermonaten eine Warmwasserleitung drei Tage oder mehr nicht benutzt haben, lassen Sie das warme Wasser wenige Minuten vorlaufen. Öffnen Sie dazu – falls vorhanden – das Badezimmerfenster, verlassen Sie nach dem Hahnaufdrehen das Bad und schließen Sie die Badezimmertür.
  • Lassen Sie als Haus- bzw. Wohnungsbesitzer regelmäßig Ihre Trinkwasser-Installation warten. Unter anderem muss der Filter am Hausanschluss regelmäßig gereinigt oder ausgewechselt werden, der Warmwasserspeicher muss das Wasser auf einer Temperatur über 60 Grad halten etc.
  • Als Mieter können Sie darauf pochen, dass Ihr Vermieter regelmäßig die Trinkwasser-Installation warten lässt.

  Weitere Informationen

  Mehr zu diesem Thema in der Allianz Gesundheitswelt

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