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  Was tun bei Husten?

Allianz - Husten ist ein nützlicher Schutzreflex, kann aber auch Anzeichen einer ernsthaften Erkrankung sein.

Husten ist ein nützlicher Schutzreflex. Er entfernt Fremdkörper, überflüssigen Schleim und Keime aus den empfindlichen Atemwegen und der Lunge. Er kann aber auch Anzeichen einer ernsthaften Erkrankung sein.

  Wie entsteht der Hustenreflex?

Gelangt ein Fremdkörper in die Nase, den Kehlkopf oder die oberen und unteren Atemwege, verschließen sich unwillkürlich die Stimmritzen. Das Zwerchfell spannt sich an und dehnt die Lunge aus. Dadurch entsteht ein Unterdruck in der Lunge, der Luft ansaugt. Das Zwerchfell entspannt, der Brustkorb zieht sich ruckartig zusammen und stößt die Luft unter Druck aus. Der Druck stößt die verschlossenen Stimmritzen auf. Die zusammen mit den Reizstoffen ausgehustete Luft kann dabei bis zu 1.000 Stundenkilometer erreichen.

  Ab wann ist Husten chronisch?

Der Arzt spricht von chronischem Husten, sobald die Anfälle über acht Wochen anhalten. Der Hustenreiz kann dabei periodisch zu einer bestimmten Tageszeit auftreten oder in unregelmäßigen Abständen, z. B. beim Sport, bei schwerer körperlicher Arbeit oder nach dem Essen.

Unter akut versteht man plötzliche Hustenattacken, die spätestens nach drei bis vier Wochen wieder abklingen und nach acht Wochen verschwunden sein sollten.

  Was verursacht Husten?

Husten kann viele Ursachen haben; hier einige Beispiele:

  • Umweltfaktoren: Tabakrauch, Feinstaub, Ruß, Stickoxide, Ozon und andere Reizstoffe.
  • Atemwegsinfekte: Der häufigste Auslöser für akuten Husten sind Infektionen der oberen Atemwege mit Viren. Dazu zählen harmlose Erkältungen bis hin zur echten Grippe (Influenza).
  • Chronisch entzündete Nasen(nebenhöhlen)schleimhäute: Entzündete Nasenschleimhäute produzieren Schleim, der in den Rachen tropft und dort einen Räusperzwang und Hustenreiz auslösen kann. Eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis), chronischer Schnupfen (Rhinitis) oder eine Kombination dieser Beschwerden (Rhinosinusitis) gelten als häufigste Ursache für chronischen Husten.
  • Refluxkrankheit (Sodbrennen): Bei dieser Erkrankung fließt den Betroffenen meist im Schlaf saurer Magensaft in die Speiseröhre bis in den Rachen, was einen Hustenreiz auslösen kann. Sie ist die zweithäufigste Ursache für chronischen Husten.
  • Medikamente: Bestimmte Arzneimittel wie ACE-Hemmer oder Betablocker können als Nebenwirkung einen Hustenreiz verursachen.
  • Asthma bronchiale: chronische Erkrankung mit entzündeten und verengten Atemwegen.
  • Allergien: insbesondere Pollenallergien können den sogenannten saisonalen Husten auslösen.
  • Bronchitis: häufig durch Viren bedingte Entzündung der Luftwege innerhalb der Lunge.
  • Keuchhusten: Hierbei handelt es sich um eine bakterielle Infektion, gegen die Sie sich impfen lassen können.
  • Lungenentzündung (Pneumonie): meist bedingt durch eine Infektion mit Bakterien, Viren oder Pilzen.
  • Lungentuberkulose: in fortgeschrittenem Stadium mit blutigem Husten (offene Tbc).
  • Herzschwäche (Herzinsuffizienz): Aufgrund der mangelnden Pumpleistung des erkrankten Herzens kann sich Blut im Lungenkreislauf stauen, was zu Husten führt.
  • Chronisch obstruktive Lungenkrankheit (COPD): Bei diesem Krankheitsbild sind die Atemwege unheilbar verengt und die Selbstreinigungsfunktion der Lunge gestört. Hauptursache: Rauchen.
  • Psychische Probleme: Zwar kann chronischer Husten auch psychische Ursachen (z. B. Beziehungsprobleme) haben, doch liegt oft auch eine Grunderkrankung vor.
  • Lungenkrebs: Chronischer Husten – insbesondere in Verbindung mit weiteren Warnzeichen wie Gewichtsverlust oder blutigen Auswurf – kann auf einen Tumor in der Lunge hindeuten.

  Wann zum Arzt?

Achten Sie auf zusätzliche Warnzeichen wie Schmerzen, hohes Fieber (38 °C bei Säuglingen, bei Kindern 39 °C, bei Erwachsenen 40 °C) oder blutigen Auswurf. In solchen Fällen sollten Sie sofort einen Arzt konsultieren. Blutiger Auswurf kann unter anderem auf eine Lungenentzündung, Tuberkulose oder Lungenkrebs hinweisen.

Bei bakteriellen Atemwegsinfekten ist der abgehustete Schleim in der Regel gelblich bis grünlich. Verschwindet der Auswurf nicht binnen vier Tagen, sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen.

Hält sich ein Reizhusten über drei Wochen, empfiehlt sich ebenfalls ein Arztbesuch.

Chronischer Husten, Ursache unbekannt?

Hält Ihr Husten seit Wochen an und findet Ihr Hausarzt die Ursache nicht? In diesem Fall überweist Sie dieser spätestens nach acht Wochen zu einem Lungenfacharzt (Pneumologen).

  Was hilft gegen Husten?

Bei Erkältungen bieten Apotheken und Großmutters Hausmittel einen reichen Fundus an Mitteln, die Hustenbeschwerden lindern. Was Ihnen oder Ihrer Familie hilft, können Sie am besten durch eigene Erfahrung herausfinden. Wichtig ist jedoch, dass Sie folgende Punkte beachten:

  • Gehen Sie bei ernsthaften oder anhaltenden Beschwerden (siehe oben) zum Arzt. Eine auf die Krankheitsursache abzielende Behandlung ist wirksamer als Hausmittel.
  • Trinken Sie viel Tee – der hilft, den Schleim zu verflüssigen und die Schleimhäute feucht zu halten.
  • Lutschen Sie bei trockenem Husten zuckerfreie Kräuterbonbons. Deren ätherische Öle regen den Speichelfluss an und halten so den Rachen feucht.
  • Achtung, Dampfinhalationen können bei einer akuten Nasennebenhöhlenentzündung schädlich sein!
  • Achtung, Inhalationen mit ätherischen Ölen können bei Kleinkindern Atemnot auslösen!
  • Sorgen Sie für ein „schleimhautfreundliches“ Raumklima.

Hausmittel

Wenn die Atemwege entzündet und verschleimt sind, dauert es in der Regel eine Woche bis zehn Tage, bis die Beschwerden abklingen. Bewährte Hausmittel lindern die Symptome.

  Weiterführende Informationen

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