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Fieber erkennen und behandeln

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  Erhöhte Körpertemperatur

Allianz - Fieber ist eine Abwehrreaktion des Körpers. Steigt es zu hoch, wird es gefährlich.

Steigt die Körpertemperatur über den Normalwert, steckt in der Regel eine Infektion oder eine andere Krankheit dahinter. Jetzt heißt es, sich zu schonen. Ab welcher Temperatur Sie oder Ihr Kind unbedingt ärztliche Hilfe benötigen, hängt insbesondere vom Alter und dem allgemeinen Gesundheitszustand ab.

  In Kürze

  • Fieber ist meist eine natürliche Reaktion des Körpers auf eine Infektion. Hierbei regelt der Körper seine Temperatur über 38 °C, wodurch die Immunabwehr auf Hochtouren läuft.
  • Die erhöhte Temperatur stresst den Körper jedoch. Die Betroffenen frösteln, schwitzen, fühlen sich unter anderem matt und leiden manchmal sogar an Appetitlosigkeit und Verwirrtheit.
  • Gehen Sie spätestens zum Arzt, wenn das Fieber über 39 °C (Neugeborene: über 38 °C) steigt, länger als zwei Tage anhält oder zusätzlich ernste Symptome auftreten. Risikopatienten sollten gleich einen Arzt aufsuchen.
  • Bei Fieber sollten Sie sich schonen und ausreichend trinken. Sie sollten mindestens ein bis zwei Wochen nach einer fieberhaften Erkrankung pausieren, bevor Sie wieder Sport treiben oder schwer körperlich arbeiten.

  Was ist die normale Körpertemperatur?

Die normale Kerntemperatur bei Erwachsenen bis 40 Jahren liegt bei 36,8 °C und kann tageszeitlich um ±0,4 °C schwanken. In der zweiten Nachthälfte bis morgens ist die Temperatur am niedrigsten, am Nachmittag am höchsten.

Bei Frauen im gebärfähigen Alter steigt die Kerntemperatur nach dem Eisprung meist bis zu 0,5 °C an.

Überhitzung

Zu lange Saunagänge, heiße Bäder oder extreme körperlicher Anstrengung können Ihre Kerntemperatur über 39° C treiben – bis hin zu einem lebensbedrohlichen Hitzschlag.

  Was ist Fieber?

Die Fieberschwelle ist nicht einheitlich definiert. Üblicherweise gilt bei Jugendlichen und Erwachsenen eine Kerntemperatur über 38 °C als Fieber. Je nach Temperatur unterscheiden Mediziner folgende Schweregrade:

  • 37,5 bis 38,0 °C: erhöhte Temperatur (subfebril)
  • > 38,0 °C: leichtes Fieber
  • > 38,5 °C: mäßiges Fieber
  • > 39,0 °C: hohes Fieber
  • > 40,0 °C: sehr hohes Fieber
  • > 41,0 °C: extremes Fieber (Hyperpyrexie)

Hinter der Temperaturerhöhung steckt meist das Immunsystem. Im Falle einer Infektion oder Entzündung produziert es Botenstoffe, die die Temperaturregelung beeinflussen, sogenannte Pyrogene. Sie bewirken, dass der Hypothalamus die Kerntemperatur hochregelt: der Mensch bekommt Fieber.

Fieber verrät sich unter anderem auch durch folgende Anzeichen:

  • glänzende Augen
  • gerötete, heiße Haut
  • beschleunigte Atemfrequenz, erhöhter Puls
  • erst Schüttelfrost, dann Schweißausbruch
  • Durstgefühl, trockener Mund
  • Appetitlosigkeit, Übelkeit
  • Verdauungsbeschwerden
  • Abgeschlagenheit
  • Verwirrtheit, Halluzinationen

Heilende Hitze

Bei leichtem bis mäßigem Fieber teilen sich die Abwehrzellen schneller und das Immunsystem arbeitet auf Hochtouren. Zudem schwächt die Hitze die Krankheitserreger.

  Wie messe ich Fieber?

Bei Fieber sollten Sie morgens, mittags und abends die Temperatur messen. Je nach Methode müssen Sie jedoch bis zu einem halben Grad dazu rechnen. Außerdem sollte der Betroffene vor dem Fiebermessen eine halbe Stunde ruhen und in dieser Zeit keine fiebersenkenden Hausmittel anwenden. Anstrengungen, Aufregungen, Kälte- oder Wärmeanwendungen sind zu meiden.

Digital- und Glasthermometer:

  • rektal (After): Diese Methode liefert die tatsächliche Körperkerntemperatur.
  • sublingual (unter der Zunge): Zum Messergebnis 0,5 °C hinzurechnen.
  • axillär (Achsel): Zum Messergebnis 0,5 °C hinzurechnen.

Infrarotthermometer – angenehm für Säuglinge und Kleinkinder:

  • tympanal (Trommelfell im Ohr): Zum Messergebnis 0,5 °C hinzurechnen. Ohrschmalz und ein stark gebogener Gehörgang können die Messung verfälschen.
  • Messung mit Stirnthermometer: Zum Messergebnis 0,3 °C hinzurechnen.

Gefährliches Fieber

Über 40 °C zerfallen wichtige Enzyme im Körper, immer mehr Zellen sterben ab. Fieber über 42,6 °C endet in der Regel tödlich.

  Was tun bei Fieber?

Grundsätzlich sollten Sie sich bei Fieber schonen, um Herz und Kreislauf nicht zusätzlich zu belasten.

Insbesondere Sport und intensive körperliche Anstrengung sind tabu – mindestens ein bis zwei Wochen nachdem das Fieber abgeklungen ist. Im Falle einer Infektion erhöht körperliche Aktivität das Risiko, dass Krankheitserreger in den Blutkreislauf gelangen und weitere Organe befallen. Besonders gefürchtet ist eine zusätzliche Infektion des Herzmuskels: die Herzmuskelentzündung (Myokarditis). Sie kann das Herz nachhaltig schädigen und lebensbedrohlich sein.

Fieber muss übrigens nicht zwangsläufig immer sofort gesenkt werden. Jedoch bieten sich bei über 39 °C Temperatur Wadenwickeln an, um die Wärme aus dem Körper abzuleiten. Achtung: Nicht bei Schüttelfrost anwenden! Wichtig ist aber vorrangig die Therapie der Fieber-auslösenden Erkrankung. 

Da der Körper bei Fieber viel Flüssigkeit verliert, sollten Sie mehr trinken – idealerweise ungesüßten Früchtetee oder Wasser.

Bei Fieber: Mehr trinken

Für jedes Grad über 37 °C braucht der Körper täglich zusätzlich einen halben bis einen Liter Flüssigkeit.

  Wann zum Arzt?

Für Jugendliche und Erwachsene gilt als grobe Orientierung: Ab zum Arzt, sobald das Fieber über 39 °C steigt, über zwei Tage anhält oder zusätzlich ernste Symptome auftreten, z. B. starke Kopfschmerzen, Kreislaufbeschwerden oder Durchfall.

Dennoch lässt sich ein Arztbesuch nicht alleine an einer bestimmten Temperatur festmachen: Achten Sie auch auf Ihr Krankheitsgefühl und mögliche zusätzliche Beschwerden neben der erhöhten Temperatur.

Risikogruppen wie chronische Kranke und Schwangere sollten bei Fieber binnen eines Tages einen Arzt aufsuchen.

  Fieber bei Kindern: Wann zum Kinderarzt?

Steigt bei bis drei Monate alten Säuglingen die Temperatur auf 38 °C, sollten Eltern umgehend einen Kinderarzt aufsuchen.

Bei Kleinkindern und Kindern beginnt Fieber ab 38,5 °C, auch wenn bereits ab 38 °C eine Erkrankung vorliegen kann. Hier heißt es ab zum Kinderarzt, sofern einer der folgenden Punkte zutrifft: Wenn

  • das Fieber länger als einen Tag anhält.
  • der Allgemeinzustand des Kindes stark beeinträchtigt ist.
  • das Kind keine Flüssigkeit oder Nahrung mehr annimmt.
  • weitere Krankheitszeichen wie Durchfall, Erbrechen, Bauchschmerzen, Hautausschlag usw. hinzukommen.
  • ein Fieberkrampf auftritt (Notfall!).
  • trotz wirksamer fiebersenkender Maßnahmen das Kind weiterhin deutlich beeinträchtigt ist.

Was tun bei Husten?

Husten ist ein nützlicher Schutzreflex, der Fremdkörper und Schleim aus den Atemwegen befördert. Er kann aber auch Anzeichen einer ernsthaften Erkrankung sein.

  Was kann Fieber verursachen?

Fieber tritt bei vielen Erkrankungen als Symptom auf. Die Hauptursache sind Infektionen, zum Beispiel:

  • Lungenentzündung
  • Nierenbeckenentzündung
  • Herzklappenentzündung

Andere Ursachen für Fieber können zum Beispiel auch sein:

  • rheumatologische Erkrankungen, z. B. Rheumatoide Arthritis, Systemischer Lupus erythematodes, Fibromyalgie
  • Schilddrüsen- oder Bauchspeicheldrüsenentzündung
  • Arzneimittelnebenwirkungen

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