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Grippe vorbeugen

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  Impfen schützt

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Jedes Jahr rollt eine Grippewelle über den Globus und erreicht Deutschland in der Regel zum Jahreswechsel. Wie gefährlich die neuen Influenzaviren tatsächlich sind, stellt sich meist erst mitten in der Grippesaison heraus. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte sich noch vor Dezember impfen lassen. Besonders gefährdeten Personen empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO), sich rechtzeitig impfen zu lassen. Unsere Expertin Dr. med. Sabine Schloz beantwortet wichtige Fragen zum Thema Grippe.

  Ihre Allianz-Expertin

Dr. med. Sabine Schloz ist Fachärztin für Arbeitsmedizin. Sie betreute unter anderem die Mitarbeiter der Allianz-Vertriebs- und Beratungsgesellschaft in Bayern.

Im Rahmen Ihrer Tätigkeit führte Sie auch die Grippeimpfung für Allianz-Mitarbeiter durch.

Allianz - Dr. med. Sabine Schloz

  Jedes Jahr neu: Grippeschutzimpfung

Was ist der Unterschied zwischen einer Erkältung und einer echten Grippe?

Umgangssprachlich wird häufig der Begriff Grippe auch für sogenannte grippale Infekte, also Erkältungen verwendet. Obwohl sich die Symptome ähneln können, unterscheiden sich Verlauf und Schwere der Erkrankung jedoch deutlich. Eine echte Grippe ist eine viel ernstere Erkrankung als eine Erkältung.

Charakteristisch für die echte Grippe (Influenza) ist ein plötzlicher Krankheitsbeginn mit Fieber und typischen Symptomen wie Halsschmerzen, trockenem Husten und heftigen Kopf-, Muskel- und/oder Gliederschmerzen. Schwere, teilweise lebensbedrohliche Komplikationen einer Grippeerkrankung, z. B. eine Lungenentzündung, stellen vor allem für Personen mit Grunderkrankungen und Ältere ein hohes Risiko dar.

Warum wird jedes Jahr eine neue Grippeschutzimpfung empfohlen?

Da die Influenza-Viren ständig ihre äußere Gestalt, ihre Hülle verändern, schützt eine überstandene Grippe nicht vor einer erneuten Influenza-Infektion mit einem veränderten Influenza-Virus. Der Grippe-Impfstoff wird daher auch jährlich neu produziert und den aktuell auftretenden Virusvarianten angepasst. Demzufolge ist jedes Jahr eine Neu-Impfung im Herbst notwendig.

Die WHO gibt jedes Jahr Ende Februar ihre Empfehlungen hinsichtlich der Stämme ab, die in den Impfstoffen für die nächste Influenza-Saison auf der nördlichen Erdhalbkugel enthalten sein sollen – für je zwei aktuelle Influenza-A-Stämme und für einen aktuellen Influenza-B-Stamm. Die Empfehlung für die Südhalbkugel wird im September ausgesprochen. Nationale Behörden bestätigen die Stammempfehlung, bevor die Hersteller die Produktion beginnen. Nach diesen Erkenntnissen wird jedes Jahr je ein neuer Impfstoff entwickelt. Die jährliche Impfung ist die effektivste Möglichkeit des Schutzes vor einer Infektion und Erkrankung an Influenza.

Wann ist der richtige Impfzeitpunkt?

Die jährliche Influenzawelle hat in Deutschland in den vergangenen Jahren meist nach der Jahreswende begonnen (mit Ausnahme der Pandemie 2009). Nach der Impfung dauert es 10 bis 14 Tage, bis der Impfschutz vollständig aufgebaut ist. Um rechtzeitig geschützt zu sein, wird deshalb empfohlen, sich bereits in den Monaten Oktober oder November impfen zu lassen.

Selbst zu Beginn und im Verlauf der Grippewelle kann es noch sinnvoll sein, eine versäumte Impfung nachzuholen. Schließlich ist nie genau vorhersagbar, wie lange eine Influenzawelle andauern wird. In einigen Saisons wurde zum Beispiel nach einer Influenza A-Welle noch eine nachfolgende Influenza B-Welle beobachtet.

Kann man vor Operationen geimpft werden?

Ja. Damit mögliche Impfreaktionen, z. B. eine Temperaturerhöhung, und eventuelle Komplikationen infolge einer Operation genau zugeordnet werden können, sollten vor und nach planbaren Eingriffen gewissen Abstände eingehalten werden: bei Totimpfstoffen wie bei der Influenza-Impfung drei Tage, bei Lebendimpfstoffen wie bei der Masernimpfung zwei Wochen. Dringende Operationen dürfen jederzeit unabhängig von Impfungen durchgeführt werden.

Wie kann ich mein Ansteckungsrisiko verringern?

Grippeviren sind sehr ansteckend. Die Impfung bietet den wirksamsten Schutz. Ergänzend kann man sich selbst und andere durch recht einfache Maßnahmen vor einer möglichen Ansteckung durch Grippe- und Erkältungsviren schützen:

  • Mund und Nase beim Husten oder Niesen bedecken, und zwar mit der Armbeuge bzw. einem Taschentuch (das sofort in den Abfall wandert).
  • Häufig die Hände waschen.
  • Zu Erkrankten Distanz halten.

Wie gefährlich ist eine saisonale Influenza?

In einer durchschnittlichen Saison verursachen Grippeerreger 2 bis 5 Millionen zusätzliche Arztbesuche. Grippeviren können schwere Lungenentzündungen verursachen und führen zu einer Schwächung des Immunsystems. Dies erleichtert weiteren Krankheitserregern das Eindringen in den Körper.

So erkennen Sie eine echte Grippe

Eine echte saisonale Influenza erkennen Sie an diesen Symptomen: Plötzliches hohes Fieber, oft über 38,5 °C, trockener Reizhusten, heftige Muskel-, Glieder- oder Kopfschmerzen und allgemeine Mattigkeit.

  Wer sollte sich gegen Grippe impfen lassen?

Das Robert-Koch-Institut empfiehlt folgenden Personenkreisen, sich im Herbst gegen Saisonale Influenza impfen zu lassen:

  • alle Personen ab 60 Jahren
  • alle Schwangeren ab dem 2. Schwangerschaftsdrittel oder bei erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens schon ab dem 1. Schwangerschaftsdrittel
  • Personen jeden Alters mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens, z. B. chronische Krankheiten der Atemwege, chronische Herz-Kreislauf-, Leber- und Nierenkrankheiten, Diabetes mellitus und andere Stoffwechselkrankheiten, bestimmte neurologische Krankheiten
  • Personen mit angeborenem oder erworbenem Immundefekt bzw. -suppression sowie HIV-Patienten
  • alle Bewohner von Alters- oder Pflegeheimen
  • Personen, die als mögliche Infektionsquelle im selben Haushalt lebende oder von ihnen betreute Risikopersonen gefährden können, zum Beispiel Personen mit dialysepflichtiger Niereninsuffizienz oder Personen mit angeborener oder erworbener Immundefizienz bzw. -suppression
  • Menschen mit beruflich bedingtem, erhöhtem Ansteckungsrisiko, z. B. Personal in medizinischen und öffentlichen Einrichtungen, sowie Personen mit direkten Kontakt zu Geflügel und Wildvögeln.

Droht eine schwere Influenza-Epidemie können die Gesundheitsbehörden die Impfempfehlung kurzfristig auf weitere Personenkreise ausweiten.

  Wo kann ich mich gegen Grippe impfen lassen?

  • Prinzipiell dürfen jede Ärztin und jeder Arzt gegen Grippe impfen.
  • In der Regel verfügen vornehmlich allgemeinmedizinische, internistische, kinder- und frauenärztliche Praxen über Impfstoff.
  • Teils bieten auch Gesundheitsämter sowie
  • betriebsmedizinische Praxen eine Grippeimpfung an.

Infografik Impfen

Nicht nur bei Grippe ist eine Schutzimpfung die beste Vorbeugung. Unsere Infografik stellt Meilensteine bei der Behandlung von Infektionskrankheiten und die Mechanismen des Impfschutzes vor.

  Wie sicher sind Impfstoffe gegen Saisonale Influenza?

Wie bei fast jeder Impfung kann die Einstichstelle rot werden und leicht anschwellen. Gelegentlich leidet der Geimpfte in den ersten drei Tagen an leichten Allgemeinsymptomen wie Frösteln, Müdigkeit, Übelkeit oder Muskelschmerzen.

Der als Nasenspray verabreichte, abgeschwächte Lebendimpfstoff für Kinder ab sieben Jahren kann eine verstopfte oder laufende Nase auslösen. Zudem verursacht dieser Impfstoff häufig ein allgemeines Krankheitsgefühl, Fieber, Appetitlosigkeit sowie Kopf- und Muskelschmerzen. Derartige Impfreaktionen klingen in der Regel nach ein bis zwei Tagen ab.

Schwere Nebenwirkungen wie allergische Reaktionen sind bei allen Impfstoffen sehr selten.

Eiweiß-Allergiker aufgepasst!

Achtung: Wer an einer Hühnereiweißallergie leidet, für den eignen sich nur bestimmte Influenza-Impfstoffe. Weisen Sie Ihren Arzt deshalb unbedingt darauf hin, wenn Sie entsprechend allergisch sind.

  Weitere Informationen

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