Leiden wegen Facebook & Co.

Gute Gesundheits-Apps

Handys helfen mit Gesundheits-Apps auch dabei, gesünder zu leben und chronische Krankheiten zu managen. Wir stellen einige besonders gelungene Apps vor.

In Kürze
Prädikat: Empfehlenswert
Die Fülle an Wellness- und Gesundheits-Apps ist für den einzelnen kaum noch überschaubar. Echte Perlen sind selten – hier haben wir ein paar für Sie herausgesucht.
Qualitätskontrolle
Manche App gefährdet Ihre Gesundheit oder schützt Ihre Daten unzureichend. Bevor Sie sich für eine App entscheiden, sollten Sie sie deshalb nach Qualitäts- und Seriositätskriterien prüfen.
Vielseitige Helfer
Mit der passenden App können Sie Gesundheitsvorsorge betreiben, chronische Krankheiten managen oder sich für Notfälle wappnen und Ihre Erste-Hilfe-Kenntnisse auffrischen.
Längst nicht alle Gesundheits-Apps sind gut oder sinnvoll.
Große Auswahl
Längst nicht alle Gesundheits-Apps sind gut oder sinnvoll.
Das Angebot an Wellness- und Gesundheits-Apps ist für den einzelnen kaum noch überschaubar. Kein Thema ist zu entlegen, als dass es nicht eine passende App dazu gäbe – und meist gibt es viel mehr als nur eine. In den App-Stores von Apple, Google und Microsoft stehen dabei die Anwendungen unterschiedslos nebeneinander. Echte Perlen sind selten – hier haben wir ein paar für Sie herausgesucht.
Nicht alle gut

Nach einer aktuellen Studie der Universität Freiburg und der Bewertungsplattform HealthOn befassen sich mittlerweile mehr als 100.000 Apps mit Gesundheits- oder Medizinthemen. Beim Großteil der Angebote lassen jedoch medizinische Qualität und Datenschutz zu wünschen übrig.

Daher ist es unverzichtbar, sich mithilfe von Bewertungsportalen wie HealthOn oder AppCheck über neue Apps schlau zu machen. Außerdem sollten Sie neue Apps selbst nach offensichtlichen Qualitäts- und Seriositätskriterien abklopfen.

Die App-Auswahl ist je nach Betriebssystem des Mobilgerätes eingeschränkt. Die am weitesten verbreitet Smartphone-Betriebssysteme in Deutschland sind Android (Google) mit 75,1 %, iOS (Apple) mit 13,2 % und Windows (Microsoft) mit 10,5 %. Dementsprechend existiert für entsprechende Mobilgeräte auch die größte Auswahl an Gesundheits- und Medizin-Apps.

Die Allianz Gesundheitswelt unterscheidet in diesem Überblick drei Arten von Apps: Gesundheits-Apps, Medizin-Apps und Notfall-Apps.

Präventionshilfe

Gesundheits-Apps unterstützen den Nutzer, seine Gesundheit zu erhalten und zu verbessern.

Ernährungs-Apps etwa helfen dabei, Ernährungsverhalten und Körpergewicht aufzuzeichnen und zu analysieren. Sie berechnen den individuellen Kalorienbedarf, zählen Kalorien, warnen vor ungesunden Dickmachern und geben Tipps für eine vollwertige Ernährung. Wer auf bewusste Ernährung setzt, kann beispielsweise diese Apps ausprobieren:

  • FoodCheck: Die App dient als Entscheidungshilfe beim Lebensmitteleinkauf. Sie enthält übersichtliche Nährwerttabellen zu zehntausenden Lebensmitteln und zeigt Fett-, Zucker- und Kochsalzgehalte in Ampelfarben an. Erhältlich für iOS und BlackBerry. Kosten: € 2,99
  •  Was ich esse: Die App des aid infodienst e. V. dient als Ernährungsberater. Der Nutzer gibt seine Ernährungsziele ein und protokolliert mit der App, was er tatsächlich isst und trinkt. So sieht der Nutzer, wo er an seinem Ernährungsverhalten feilen muss, um seine Ziele zu erreichen. Als Orientierungsgrundlage dienen die aid-Ernährungspyramide und die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Kostenlos erhältlich für iOS, Android und Windows Phone.

Dabei gibt es Apps nicht nur für das körperliche, sondern auch für das seelische Wohlbefinden.

Nützliche Fitness-Apps kommen in der Regel im Paket mit einem Fitness-Tracker, der zumindest die Bewegungen des Nutzers aufzeichnet. Anhand der aufgezeichneten Bewegungsdaten erfährt der Nutzer, wie viel er sich wann bewegt. Mit entsprechender Motivation lassen sich so die täglichen körperlichen Aktivitäten erhöhen und überprüfen, ob gesetzte Ziele wie „mindestens 10.000 Schritte pro Tag“ auch erreicht wurden.

Fortgeschrittene Fitness-Tracker wie Fitbit Surge, Basis Peak oder Garmin Vivosmart überwachen außerdem den Puls und das Schlafverhalten. Der Übergang zu Smartwatches wie der Apple-Uhr ist dabei fließend, diese enthalten in der Regel ebenfalls Sensoren, z. B. für die Herzfrequenz.

Des Weiteren gibt es zahlreiche Trainings-Apps, die je nach individuellen Vorlieben und Zielen (Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit, Koordinationsfähigkeit etc.) Trainingsprogramme zusammenstellen. Diese sind aber nur empfehlenswert, wenn die Übungen auch gut nachvollziehbar im Video dargestellt sind. Ansonsten ist das Risiko hoch, dass die Übungen falsch ausgeführt werden und mehr schaden als nützen.

Zu guter Letzt sind noch Vorsorge-Apps zu nennen. Sie informieren den Nutzer über Impfempfehlungen und Früherkennungsuntersuchungen, z. B. für Darmkrebs. Bestes Beispiel ist die kostenfreie iOS-App APPzumArzt der Felix Burda Stiftung.

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Virtuelle Assistenten

Chronische Erkrankungen wie Diabetes, Rheuma oder Bluthochdruck erfordern ein konsequentes Krankheitsmanagement, sodass der Patient optimal therapiert wird. Spezielle Apps helfen dabei, die Medikamenten-Einnahmen und Messdaten wie Blutzucker bzw. Blutdruck zu protokollieren und diese regelmäßig an den Arzt zu übertragen.

Medizin-Apps ersetzen jedoch nicht den Arzt, sondern optimieren die Behandlung zum Wohle des Patienten. Dementsprechend sollten Medizin-Apps von Betroffenen oder Angehörigen nicht eigenmächtig, sondern nur in Absprache mit dem Arzt eingesetzt werden.

Achtung, App-Diagnose: Folgen Sie keinen Diagnosen und Therapieempfehlungen, die automatisch von einer App erzeugt wurden. Das letzte Wort sollte immer der behandelnde Arzt haben.

Unterstützung bei der ersten Hilfe

Im Notfall kommt es auf jede Sekunde an – und auf die Informationen, die dem Rettungsdienst zur Verfügung stehen. Diese Apps helfen dabei, Leben zu retten:

  • Echo112: Diese effektive App wurde von einem Schweizer Notarzt ersonnen. Die App erkennt, in welchem Land sich der Smartphone-Nutzer befindet, und stellt die richtige Notdienstnummer ein. Der Notruf lässt sich durch einen Fingertipp auf den „SOS“-Knopf aktivieren. Das Handy leitet dann den Notruf inklusive GPS-Koordinaten an den Rettungsdienst weiter – bei schlechtem Empfang per SMS. Kostenlos erhältlich für iOS und Android.
  • DRK Mobilruf-App: In diese App geben Sie alle wichtigen Infos ein: Vorerkrankungen, Allergien, Medikation, Kontaktdaten Ihrer privaten Bezugspersonen oder Ihres Hausarztes. Im Notruffall stellt die App direkt eine Sprachverbindung zur DRK-Notrufzentrale und übermittelt obige Daten und GPS-Koordinaten. Erhältlich für iOS und Android. Kosten: 120 Euro im Jahr. In der kostenlosen Variante verbindet Sie die App mit einer Rufnummer Ihrer Wahl.
  • Als Ersthelfer sind außerdem Ihre Kenntnisse bei Notfallmaßnahmen gefragt. Die Erste-Hilfe-App der Malteser oder die Erste-Hilfe-App des Roten Kreuzes erklären Schritt für Schritt, wie Sie im Notfall richtig handeln. Beide Apps gibt es kostenlos für iOS und Android-Geräte.
  • Wie lange liegt Ihr letzter Erste – Hilfe Kurs bereits zurück? 2 Wochen, 2 Monate, 2 Jahre oder mehr? Wenn Sie sich nicht mehr sicher sind, wie Sie in Notfallsituationen reagieren müssen, bietet Ihnen die Erste-Hilfe-App des Arbeiter – Samariter – Bundes (ASB) Bonn/Rhein – Sieg/Eifel e. V. schnelle Hilfe. Kostenlos für iOS und Android-Geräte.

Falls Sie beim Spielen mit diesen Apps Wissenslücken bei sich feststellen, sollten Sie besser einen Auffrischungskurs absolvieren. 

Bilder: Gesundheits-Apps - Denys Prykhodov/Fotolia; Vivy - Allianz