Wissenswertes rund ums Auge

Infografik: Wunder sehen

Das Sehen ist unser wichtigster Sinn. Mit ihm finden wir uns am besten in der Umwelt zurecht. Wir sehen nahende Gefahren, erkennen Gegenstände und lesen Emotionen in Gesichtern. In der Dunkelheit wird uns schnell bewusst, wie abhängig wir vom Augenlicht sind. Aber sehen Sie selbst:
Infografik Wunder sehen Teil 1
Infografik Wunder sehen Teil 2
Infografik Wunder sehen Teil 3
Infografik Wunder sehen Teil 4
Infografik Wunder sehen Teil 5
Wussten Sie schon …?
  • Fern und nah

    Im entspannten Auge ist die Linse flach und damit auf Fernsicht (Brechkraft ca. 60 Dioptrien) eingestellt. Für die Nahsicht (bis zu 74 Dioptrien) spannt sich der Ziliarmuskel an, sodass die elastische Linse sich abkugelt.

    (Quelle: Lexikon der Optik 1999)

  • Die Welt steht Kopf

    Das menschliche Auge ist wie eine Kamera aufgebaut: Hornhaut und Linse bündeln das einfallende Licht, die Iris dient als Blende. Auf die Netzhaut wird so ein seitenverkehrtes, auf dem Kopf stehendes Bild projiziert. Unser Gehirn dreht sich das Bild aber zurecht, sodass die Körper-Auge-Koordination passt.
  • Hirn im Auge

    Die Netzhaut im Augeninneren ist Teil des Gehirns und nur wenige Zehntelmillimeter dünn. Die Lichtreize werden nicht nur erfasst, sondern bereits nach Farbe, Form, Bewegung und Helligkeit verarbeitet, bevor die „Daten“ über den Sehnerv weitergeleitet werden.

    (Quelle: dasgehirn.info 2017)

  • Augen schützen

    Grelles Licht und UV-Strahlen können die Augen schädigen. Im Gebirge, auf dem Meer und im Sommer sollten Sie sich daher mit einer Sonnebrille schützen. 
  • Mutter im Fokus

    Anfangs sieht ein Neugeborenes nur auf 20 bis 25 cm scharf. Die Augen bewegen sich noch unabhängig und können schielen. Ab acht Wochen fokussieren die Augen des Babys auf Gesichter. Mit drei Monaten folgen sie bewegten Objekten.

    (Quelle: American Optometric Association 2018)

  • Erstes Licht

    Etwa 26 Wochen nach seiner Zeugung öffnet das Ungeborene erstmals seine Augen. Doch erst ab der 31. Woche reagieren die Pupillen auf Lichtreize.

    (Quelle: Mayo Clinic 2017)

  • Bilderflut im Kopf

    Unsere Augen liefern gewaltige Informationsmengen. Mit bis zu 6 Mbit/s schickt jedes Auge Bilddaten über den Sehnerv ins Gehirn. Ein Viertel unseres Gehirns beschäftigt sich daher nur mit Sehwahrnehmung.

    (Quelle: Trends in Cognitive Sciences 2010)

  • Farben sehen

    In der Netzhaut sitzen zwei Arten von Lichtsinneszellen: rund 7 Millionen Zapfen und 130 Millionen Stäbchen. Die Zapfen ermöglichen das scharfe Farbensehen bei Tage.

    (Quelle: London Vision Clinic 2013)

  • Bunte Farbmischung

    Bunte Farbmischung Der Mensch kann rund 10 Millionen Farben mithilfe von nur drei Zapfentypen unterscheiden: K-Zapfen erfassen blaues, M-Zapfen grünes und L-Zapfen gelb-rotes Licht abhängig von dessen Wellenlänge.

    (Quelle: Bowmaker & Dartnall 1980)

  • Bei Nacht sind alle Katzen grau

    Bei Dämmerung und Dunkelheit erfolgt die Wahrnehmung über die 1.000-mal lichtempfindlicheren Stäbchen, dafür erscheinen nicht nur Katzen, sondern alle Objekte im Blickfeld nachts grau und unscharf.

    (Quelle: London Vision Clinic 2013)

  • Das Auge isst mit

    Der Körper benötigt Provitamin A oder Vitamin A, um Sehpigmente zu bilden. Ohne diese können Stäbchen und Zapfen keine Lichtreize erfassen. Karotten, Grünkohl und Co. halten daher Ihre Augen fit.
  • Fleck im Fleck

    Auf der Netzhaut prangt ein gelber Fleck (Macula lutea) mit 3 bis 5 mm Durchmesser, frei von Blutgefäßen. In ihm stehen die Zapfen dicht gepackt. In seinem Zentrum befindet sich die Sehgrube (Fovea centralis) und darin der Fleck des schärfsten Sehens (Foveala).

    (Quelle: dasgehirn.info 2017)

  • Blinder Fleck

    Der blinde Fleck (Papille) bezeichnet die Stelle der Netzhaut, an der sich keine Lichtsinneszellen befinden, weil dort der Sehnerv austritt. Mit zwei Augen fällt dieser nicht auf. Sie können Ihren blinden Fleck jedoch mit folgendem Trick finden:

    1. Schließen Sie das linke Auge.
    2. Halten Sie die Abbildung etwa 30 cm vor Ihre Nase.
    3. Fixieren Sie den Kreis.
    4. Bewegen Sie das Bild langsam zu sich.
    5. Sobald das Kreuz auf den blinden Fleck projiziert wird, verschwindet es.
    6. Mit dem anderen Auge funktioniert das gleiche seitenverkehrt.

     

  • Ruckelfrei sehen dank Filmriss

    Bei schnellen Augenbewegungen (Sakkaden) von einem zum nächsten Fixierungspunkt unterdrückt das Gehirn die Bildwahrnehmung.
    Sehen Sie selbst: Blicken Sie in einen Spiegel und fixieren Sie im schnellen Wechsel linke und rechte Pupille. Ihre Augen erscheinen Ihnen starr – im Handy-Video sehen Sie jedoch die Bewegung.
  • Flimmern oder Film

    Das menschliche Auge kann höchstens 60 Bilder pro Sekunde zeitlich auflösen. Eine Fliege schafft 220–260 und sieht uns quasi in Zeitlupe. Deshalb sind Fliegen so schwer zu fangen.
    (Quelle: Lexikon der Neurowissenschaft 2000)
  • Rote Pupillen

    Ärgern Sie sich auch, wenn Ihre Lieben auf Fotos rote Pupillen haben? Der Grund: Blitzlicht erhellt das Augeninnere so stark, dass die gut durchblutete, hellrote Netzhaut sichtbar wird.
  • Häufige Sehschwächen

    Das Auge ist so empfindlich wie komplex. Alter, Verletzungen, Krankheiten, Fehlernährung und erbliche Vorbelastung können das Augenlicht nachhaltig beeinträchtigen. Hier die Top 10 der Sehschwächen und ihre Hauptursachen.

    Sehschwäche/Hauptursache/Betroffene: 

    • Kurzsichtigkeit (Myopie), angeboren, 25 %
    • Nachtkurzsichtigkeit (Nachtmyopie), angeboren/altersbedingt, 14 %
    • Übersichtigkeit (Hyperopie), angeboren, 35 % der unter 60-Jährigen
    • Stabsichtigkeit (Astigmatismus), angeboren, 20 % aller Kurz-/Übersichtigen
    • Altersweitsichtigkeit (Presbyopie), altersbedingt, (40+) bis zu 95 % im hohen Alter
    • Rot-Grün-Schwäche, angeboren, 9 % Männer 0,8 % Frauen
    • Schielen (Strabismus), angeboren/Augenmuskellähmung, 4 %
    • Grauer Star (Katarakt), 90 % altersbedingt (60+)/9 % krankheitsbedingt, 90 % der 65–74-Jährigen
    • Grüner Star (Glaukom), altersbedingt (40+)/50 % Blutdruckstörung, 2 % der über 40-Jährigen
    • Makuladegeneration, altersbedingt, 20 % der 65–74-Jährigen/35 % der 75–85-Jährigen

    (Quellen: Kuratorium Gutes Sehen e. V., Bundesverband der Augenärzte e. V.)

  • Doppelt scharf

    Adler besitzen zwei Sehgruben je Auge, damit sehen sie nach vorne und zu den Seiten scharf. Zudem liegen eine Million Zapfen pro mm² dicht gepackt in ihren Sehgruben, fünfmal mehr als beim Menschen – inklusive eigener Zapfen für UV-Licht. So erkennen Adler noch in über 3 km Entfernung einen Hasen auf dem Feld.

    (Quelle: Nature 2008)

  • Wo steht die Sonne?

    Bienen sehen mit ihren Facettenaugen nicht nur UV-Licht, sondern können auch polarisiertes Licht wahrnehmen. Damit wissen die Honigsammler auch bei bewölktem Himmel, wo die Sonne steht.

    (Quelle: Lexikon der Biologie 1999)

  • Wärmebild im Kopf

    Grubenottern wie die Klapperschlange sehen auch Infrarotlicht (Wärmestrahlung) mithilfe des Grubenorgans zwischen Auge und Nasenloch. Sie nehmen sogar Temperaturunterschiede von 3/1.000 °C wahr.

    (Quelle: Lexikon der Biologie 1999)

  • Lichtempfindlichstes Tier

    Die Amerikanische Küchenschabe sieht auch in finsterster Nacht: Sie nimmt noch Licht wahr, wenn pro Sekunde weniger als ein Lichtteilchen (Photon) auf ihre Augen trifft.

    (Quelle: BBC 2015)

  • Fluse im Auge?

    Ein Blick auf eine helle Fläche bringt sie zum Vorschein: Flusen oder trübe Flecken, die scheinbar träge im Auge schweben. Diese harmlose Form der Glaskörpertrübung entsteht altersbedingt und betrifft zwei von drei Erwachsenen über 65 Jahren.

    (Quelle: Mayo Clinic 2017)

  • Blitze und Sterne

    Falls Sie unvermittelt Sternchen, Blitze oder gar ein bogenförmiges Leuchten sehen, dann sollten Sie eiligst eine Augenklinik aufsuchen. Womöglich löst sich gerade Ihre Netzhaut ab.

    (Quelle: Mayo Clinic 2017)

  • Achtung, Rußregen!

    Wer plötzlich einen regelrechten Rußregen oder schwarzen Schleier in seinem Auge sieht, der sollte sofort einen Augenarzt aufsuchen. In Ihrem Augeninneren blutet es – womöglich ein Netzhautriss.

    (Quelle: Mayo Clinic 2017)

Bild: vicu9/Fotolia